Interviewer:
Herr Rechtsanwalt Reime, die BaFin warnt aktuell vor Angeboten auf den Websites weisbergadvisors.inc und weisbergadvisors.ai. Worum geht es bei dieser Warnung?

Rechtsanwalt Reime:
Nach Erkenntnissen der BaFin werden über diese Websites Finanz- und Wertpapierdienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten. Die Betreiber treten unter der Firmierung WeisbergAdvisors LLC auf und geben an, in den USA und der Schweiz tätig zu sein. Zudem wird behauptet, bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert zu sein – eine Angabe, die nach derzeitigen Erkenntnissen nicht bestätigt werden kann.

Interviewer:
Warum sind solche Angaben zu internationalen Standorten und Aufsichtsbehörden für Verbraucher problematisch?

Rechtsanwalt Reime:
Solche Angaben sollen Seriosität und internationale Bedeutung suggerieren. Für Verbraucher ist jedoch entscheidend, ob ein Anbieter in Deutschland über eine BaFin-Erlaubnis verfügt. Ohne diese Erlaubnis dürfen hier keine Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen angeboten werden. Internationale Firmensitze oder angebliche Registrierungen ersetzen diese Zulassung nicht.

Interviewer:
Woran können Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, dass Vorsicht geboten ist?

Rechtsanwalt Reime:
Ein wichtiges Warnsignal ist bereits die BaFin-Warnung selbst. Darüber hinaus sollten Anleger skeptisch werden, wenn Angaben zur Regulierung nicht überprüfbar sind, Verantwortliche unklar bleiben oder mit professionell gestalteten Websites Vertrauen aufgebaut wird, ohne transparente Informationen zu liefern. Auch hohe Renditeversprechen oder persönliche Kontaktaufnahme sind typische Risikomerkmale.

Interviewer:
Wie können sich Betroffene konkret schützen?

Rechtsanwalt Reime:
Vor jeder Investition sollte geprüft werden, ob der Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin aufgeführt ist. Ist das nicht der Fall, rate ich dringend davon ab, Geld zu investieren. Zudem sollten keine sensiblen Daten übermittelt und keine Zahlungen geleistet werden, solange Zweifel an der Zulassung oder Seriosität bestehen.

Interviewer:
Was raten Sie Personen, die bereits Kontakt zu WeisbergAdvisors hatten oder investiert haben?

Rechtsanwalt Reime:
Dann ist schnelles Handeln wichtig. Weitere Zahlungen sollten sofort gestoppt werden. Betroffene sollten alle Vertragsunterlagen, Kontoauszüge und Kommunikationsverläufe sichern und den Sachverhalt der BaFin sowie der Polizei melden. Vorsicht ist auch bei angeblichen Angeboten zur Rückholung von Geldern geboten – hier droht häufig weiterer Betrug.

Interviewer:
Ihr abschließender Rat an Verbraucherinnen und Verbraucher?

Rechtsanwalt Reime:
Seriöse Finanzdienstleister verfügen über eine nachvollziehbare Zulassung und transparente Strukturen. BaFin-Warnungen sollten immer ernst genommen werden. Wer Angebote kritisch prüft und sich nicht von internationalen Auftritten oder vermeintlichen Registrierungen blenden lässt, kann sich wirksam vor finanziellen Schäden schützen.