Redaktion: Herr Reime, die BaFin warnt vor einer WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „DDA Zukunft Kapital A03“. Worum geht es konkret?
RA Reime: Es handelt sich um einen klassischen Fall von Identitätsmissbrauch. Unbekannte geben sich als Mitarbeiter der Deutsche Digital Assets GmbH aus, um über WhatsApp-Gruppen vermeintliche Finanzdienstleistungen anzubieten – ohne jede Erlaubnis.
Redaktion: Ist das Unternehmen selbst in irgendeiner Weise beteiligt?
RA Reime: Nein, laut BaFin steht die echte Deutsche Digital Assets GmbH in keinerlei Verbindung zu den Gruppen oder den Angeboten. Das Unternehmen distanziert sich klar – und das zu Recht.
Redaktion: Wie gehen die Betreiber solcher Gruppen typischerweise vor?
RA Reime: Sie werben in sozialen Medien, locken mit kostenlosen Tipps oder „Insiderwissen“ und schaffen Vertrauen über Wochen hinweg. Später werden dubiose Investmentmodelle oder Krypto-Token angeboten – oft gegen Vorkasse in Fiat oder Krypto.
Redaktion: Was ist das Risiko für Anleger?
RA Reime: Hoch. Solche Gruppen sind meist gut inszenierte Betrugsmaschen. Anleger verlieren nicht nur ihr Geld – sie geben auch persönliche Daten preis, was weiteren Schaden verursachen kann.
Redaktion: Was raten Sie Betroffenen?
RA Reime: Sofort den Kontakt abbrechen, keine Zahlungen leisten, Screenshots sichern, Anzeige bei der Polizei erstatten und sich rechtlich beraten lassen.
Redaktion: Wie kann man sich vor solchen Maschen schützen?
RA Reime: Seriöse Finanzunternehmen kontaktieren Kunden nicht über WhatsApp oder soziale Medien. Und wer Finanz- oder Kryptodienstleistungen in Deutschland anbietet, braucht eine BaFin-Erlaubnis – das sollte man immer prüfen.
Redaktion: Vielen Dank für Ihre Einschätzung, Herr Reime.
RA Reime: Gern. Wichtig ist: Misstrauen ist in solchen Fällen kein Zeichen von Schwäche, sondern von Klugheit.