Redaktion: Herr Bremer, die BaFin warnt vor WhatsApp-Gruppen, die unter dem Namen „Greenhill“ laufen. Was genau ist das Problem?

Thomas Bremer: Die BaFin hat Hinweise darauf, dass in diesen Gruppen Finanzdienstleistungen ohne Erlaubnis angeboten werden – etwa der Handel mit Finanzinstrumenten über eine App namens „Greenhill“. Das wäre gesetzeswidrig, wenn keine Lizenz vorliegt.

Redaktion: Welche Gruppen sind betroffen?

Thomas Bremer: Zum Beispiel Gruppen wie „Vermögensclub (G138)“, „BörsenClub Select C299“ oder „Greenhill-4359-VIP“. Sie wirken auf den ersten Blick wie seriöse Investment-Communities – das macht sie besonders gefährlich.

Redaktion: Und gibt es einen Zusammenhang zur echten Greenhill Europe GmbH & Co. KG?

Thomas Bremer: Nein, ganz wichtig: Die echten Greenhill-Unternehmen haben damit nichts zu tun. Die Betrüger nutzen den Namen nur, um Vertrauen zu erzeugen – ein klarer Identitätsmissbrauch.

Redaktion: Was raten Sie Verbraucherinnen und Verbrauchern?

Thomas Bremer: Seien Sie sehr vorsichtig bei Finanzangeboten über WhatsApp, Telegram oder ähnliche Kanäle. Keine App installieren, keine persönlichen Daten weitergeben und schon gar kein Geld überweisen, ohne die BaFin-Datenbank zu prüfen.

Redaktion: Und wenn man bereits investiert hat?

Thomas Bremer: Dann sofort handeln: Zahlungen stoppen, alles dokumentieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. Es ist leider oft schwer, das Geld zurückzubekommen, aber Aufklärung kann weiteren Schaden verhindern.

Redaktion: Vielen Dank, Herr Bremer.

Thomas Bremer: Gern geschehen. Vorsicht ist beim Geld immer besser als Nachsicht.