Redaktion: Herr Bremer, was fällt Ihnen bei der BaFin-Warnung zu geld-berater.com und sabamarkets.com besonders auf?
Thomas Bremer: Es ist das typische Muster: Zwei Websites, die aufeinander aufbauen – die eine sammelt Kontakte, die andere macht das „Geschäft“. Doch was hier nach Beratung und Online-Trading aussieht, ist in Wahrheit ein undurchsichtiges Netz ohne Zulassung, ohne Transparenz und mit vielen Warnzeichen.
Redaktion: Wie funktioniert dieses Geschäftsmodell?
Bremer: Erst geben Nutzer ihre Daten auf geld-berater.com ein – vermutlich in der Hoffnung auf eine neutrale Beratung. Tatsächlich werden sie dann von vermeintlichen Mitarbeitern von Saba Markets kontaktiert. Das Ziel ist klar: Anleger sollen Geld auf nicht kontrollierte Handelsplattformen überweisen, in der Hoffnung auf hohe Gewinne. Doch die Anbieter sitzen auf den Seychellen oder irgendwo im digitalen Nirgendwo – und eine Rückzahlung ist meist illusorisch.
Redaktion: Welche Rolle spielen die vielen unterschiedlichen Firmennamen?
Bremer: Genau das ist gewollt. Es wird ein Geflecht aus scheinbaren Gesellschaften aufgebaut: Eine Firma in Amsterdam, eine auf den Seychellen, eine angeblich in Florida. Ziel ist es, Verantwortlichkeiten zu verschleiern und eine rechtliche Verfolgung zu erschweren. Für Geschädigte wird es dadurch fast unmöglich, ihr Geld zurückzuerhalten.
Redaktion: Was sind typische Warnzeichen bei solchen Plattformen?
Bremer:
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Keine BaFin-Zulassung
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Kein nachvollziehbares Impressum
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Sitz in Offshore-Ländern wie den Seychellen
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Verwendung mehrerer Domains und Firmennamen
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Aggressive Kontaktaufnahme nach Lead-Abgabe
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Versprechen hoher Gewinne bei angeblich geringem Risiko
Wenn all das zutrifft, sollte man sofort die Finger davon lassen.
Redaktion: Was raten Sie Betroffenen, die schon investiert haben?
Bremer:
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Zahlungen stoppen, wenn noch möglich
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Beweise sichern: E-Mails, Chatverläufe, Überweisungsbelege
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Anzeige erstatten bei der Polizei
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Sich anwaltlich beraten lassen, um etwaige Handlungsmöglichkeiten gegen beteiligte Zahlungsdienstleister zu prüfen
Und ganz wichtig: Nicht auf angebliche Rückholangebote („Recovery Scams“) reinfallen, die oft im Anschluss folgen.
Redaktion: Herr Bremer, Ihr Fazit zu diesem Fall?
Bremer: Es handelt sich um eine besonders clever verpackte Täuschung, die professionell wirkt – aber in Wahrheit alle Merkmale eines illegalen Angebots mit hoher Verlustgefahr trägt. Die BaFin-Warnung kommt zur rechten Zeit. Jetzt müssen Anleger sie auch ernst nehmen.
Redaktion: Vielen Dank für Ihre Einschätzung.