Redaktion: Herr Bremer, die BaFin warnt vor RenTech-Angeboten. Was genau ist das Problem?

Thomas Bremer: Die BaFin warnt vor vermeintlich professionellen Investitionsangeboten über WhatsApp-Gruppen und Apps wie „RenTech PRO“ und „RenTech Max“. Die Betreiber treten unter falschem Namen auf und haben keine Zulassung für Finanzdienstleistungen.

Redaktion: In den Gruppen sollen „Julia Wagner“ und „David Mitchell“ auftreten – sagt Ihnen das etwas?

Thomas Bremer: Nein, diese Namen sind vermutlich frei erfunden, um Seriosität zu simulieren. Auch der suggerierte Bezug zu Renaissance Technologies, einem bekannten US-Fonds, ist reiner Identitätsmissbrauch.

Redaktion: Wie gefährlich sind solche WhatsApp-Angebote?

Thomas Bremer: Sehr gefährlich. Anlegerinnen und Anleger werden in der Regel in eine Vertrauensfalle gelockt. Am Anfang wird alles harmlos präsentiert – später folgen Zahlungsaufforderungen und Versprechen hoher Renditen. Das Geld ist oft unwiederbringlich weg.

Redaktion: Was raten Sie Betroffenen?

Thomas Bremer: Sofort alle Kontakte abbrechen, keine weiteren Zahlungen leisten. Und unbedingt Beweise sichern: Chatverläufe, App-Namen, Webseiten. Danach Anzeige bei der Polizei erstatten – und im Idealfall einen Fachanwalt konsultieren.

Redaktion: Gibt es erkennbare Warnzeichen?

Thomas Bremer: Ja, viele: Druck zur schnellen Einzahlung, fehlende Transparenz, keine Impressumsangaben oder gefälschte Lizenzen. Und ganz wichtig: Die BaFin erteilt keine Lizenzen für WhatsApp-Gruppen.

Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch.

Thomas Bremer: Gern geschehen – und bleiben Sie wachsam!